Konfirmationen

Der Glaube ist kein Erwachsenenthema

Demnächst werden in den 16 Kirchengemeinden im Kirchenkreis Rotenburg

Jugendliche Teamer sind aus der Konfirmandenarbeit nicht mehr wegzudenken.

Jugendliche Teamer sind aus der Konfirmandenarbeit nicht mehr wegzudenken.

wieder viele Hundert Jugendliche konfirmiert. Begleitet haben sie während ihrer Konfirmandenzeit nicht nur Pastoren und Diakone, sondern rund 270 Mitglieder der evangelischen Jugend, die an ganz unterschiedlichen Stellen in der Konfirmandenausbildung mitwirken.

„Ohne die Teamer würden die Konfirmanden-Modelle, die wir heute anbieten gar nicht funktionieren“, sagt Dietmar Küddelsmann, Diakon in der Kirchenregion Schneverdingen-Neuenkirchen-Heber. Die Regionen oder einzelne Kirchengemeinden bieten Modelle an, die mit sehr vielfältigen Bausteinen arbeiten: Neben Unterrichtseinheiten und Projekt-Tagen sind das Freizeiten, Exkursionen, Gemeindepraktika, Gottesdienste und noch einiges andere mehr. „Ich finde daher die Bezeichnung Konfirmandenunterricht auch nicht mehr passend. Treffender ist der Begriff Konfirmandenzeit“, sagt Ole Peyk, Diakon der Region Rotenburg. Teamer zwischen 14 bis Mitte 20 Jahren aus der evangelischen Jugend sind bei so gut wie allen Modulen mit dabei.

Während mehrtägiger Freizeiten, die Bestandteil aller Konfirmanden-Modelle im Kirchenkreis Rotenburg sind, übernehmen sie das Rahmenprogramm, kümmern sich um Spiel und Spaß. Aber das ist längst nicht alles. So bereiten sie Gottesdienste mit vor und betreuen häufig auch ganz selbstständig in Zweier-Teams Kleingruppen. „Sie bekommen viel Verantwortung und dessen sind sie sich auch bewusst“, sagt Anja Bohling, Diakonin in der Kirchenregion Ahausen-Horstedt-Sottrum. Ihre Erfahrung mit Teamern ist wie die ihrer Kollegen sehr positiv: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie gut die Teamer sind, wenn man ihnen nur etwas zutraut.“

Birgit Bargfrede, Diakonin in der Kirchengemeinde Brockel, erkennt einen großen Unterschied darin, ob ein Erwachsener den Konfirmanden etwas über den Glauben erzählt, oder ob es Jugendliche machen: „Das hat eine andere Qualität. Das nehmen die Konfirmanden ganz anders an.“ Auch Jörg Pahling, Diakon in der Kirchenregion Brockel-Kirchwalsede-Visselhövede, hat diese Erfahrung gemacht: „Die Jugendlichen schaffen eine andere Atmosphäre als wir Erwachsenen und zeigen, dass der Glaube nicht nur ein Erwachsenen-Thema ist.“

Auch wenn die Teamer aus der evangelischen Jugend natürlich kein Theologiestudium absolviert haben, so gehen sie doch gut geschult in ihre Aufgaben. Sie durchlaufen eine Juleica-Ausbildung. Das ist eine bundesweit anerkannte Schulung mit festgelegten Standards für ehrenamtlich Engagierte in der Jugendarbeit. Auch der Kirchenkreis Rotenburg bietet sie an. „Das ist schon etwas Besonderes, wie gut die ehrenamtlich Aktiven in der evangelischen Jugend qualifiziert sind. Das gibt es im Erwachsenenbereich der Gemeinden so nicht“, sagt Küddelsmann.

Und so profitiert die Konfirmandenarbeit durch die evangelische Jugend. Aber auch umgekehrt gibt es einen positiven Effekt. Durch die neuen Konfirmanden-Modelle sind viele spannende Aufgabenfelder für die evangelische Jugend entstanden. „Früher hieß es häufig: Die Jugendlichen werden aus der Kirche rauskonfirmiert, weil es anschließend keine Angebote mehr für ihre Altersstufe gab. Heute werden sie in die Kirche hineinkonfirmiert“, sagt Volker Renke, Diakon in der Kirchenregion Ahausen-Horstedt-Sottrum. Das Angebot, Teamer zu werden, erhalten alle neu Konfirmierten. „Viele wollen dann auch gleich mitmachen, weil sie so viele gute Erfahrungen mit Teamern während ihrer Konfirmandenzeit gemacht haben“, sagt Ingrid Radlanski, Diakonin in der Kirchenregion Fintel-Lauenbrück-Scheeßel. Aber auch, bei wem die Konfirmation bereits eine Zeit lang her ist, kann als Teamer der evangelischen Jugend einsteigen. Interessierte wenden sich an den Diakon in ihrer Kirchenregion.

Annette Meyer